Konzert: 01.09.2026
Programm
Aeneas Humm, Bariton & Kit Armstrong, Klavier
Liederabend: Franz Schubert „Winterreise“
Der Liederzyklus „Winterreise“ gehört zu den bekanntesten und schönsten Liederzyklen der Romantik.
Wir erfahren von einem einsamen Wanderer, der nach enttäuschter Liebe durch eine kalte, stille Welt zieht. In 24 eindringlichen Liedern werden Sehnsucht, Hoffnung, Schmerz und leise Ironie spürbar. Schuberts Musik verwandelt einfache Gedichte in ein tief bewegendes menschliches Drama, das zeitlos aktuell bleibt und Themen aufgreift, die uns alle bewegen: der Suche nach sich selbst.
Aeneas Humm, Bariton
Der 1995 geborene Bariton Äneas Humm stammt aus einer schweizerisch-ungarischen Künstlerfamilie. Schon mit sechs Jahren wurde er Mitglied der Zürcher Sängerknaben, mit fünfzehn kam er ins Internat des Vorarlberger Landeskonservatoriums in Feldkirch. Seine Gesangsausbildung absolvierte Humm an der Hochschule für Künste in Bremen und an der New Yorker Juilliard School. Für seine bisherigen Leistungen bekam er 2022 den OPUS Klassik als Nachwuchskünstler des Jahres und ist zuvor auch mit dem Förderpreis des Deutschlandfunks ausgezeichnet worden.
Noch während des Studiums debütierte er am Stadt-Theater Bremerhaven und nahm Gastengagements am Theater Osnabrück an. Das Nationaltheater Weimar verpflichtete Äneas Humm 2019 in sein Ensemble; 2020 wechselte er für zwei Jahre ans Badische Staatstheater Karlsruhe und bis Sommer 2023 war er Ensemblemitglied am Theater St. Gallen. Dort konnte man ihn in der vergangenen Saison z.B. als Ophémon in Joseph Bolognes L’AMANT ANONYME, als Doktor Falke in DIE FLEDERMAUS von Johann Strauss, als Papageno in Mozarts Zauberflöte, oder als Roucher in Giordanos ANDREA CHÉNIER erleben. Im Herbst 2023 wurde er erneut ans Gran Teatre del Liceu nach Barcelona eingeladen und überzeugte als Agrippa in John Adams’ ANTONY AND CLEOPATRA. Darüber hinaus hatte sein Debüt am Concertgebouw in Amsterdam mit Faures REQUIEM.
Es folgten seine Debüts an der Opera di Roma als Papageno, am Teatro La Fenice in Venedig als Harlekin.
Zukünftige Engagements in der Spielzeit 2024/2025 umfassen seine Rückkehr ans Theater St. Gallen für sein Rollendebüt als Pantalon in DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN, sowie erneut als Falke in DIE FLEDERMAUS an der Seite von Rolando Villazon.
Gerade auch im Konzertfach ist Äneas Humm sehr gefragt und immer wieder gern gesehener Gast bei renommierten europäischen Klangkörpern unter anderem den Bremer Philharmonikern, dem Musikkollegium Winterthur, der Deutschen Kammerphilharmonie, Nederlands Noordorkest und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland - Pfalz.
Im Dezember 2023 trat er auch erneut mit Bachs Weihnachtsoratorium in der Choreografie von John Neumeier an der Hamburgischen Staatsoper auf.
Intensiv widmet sich Äneas Humm auch dem Liedgesang: Liederabende führten ihn in die Weill Recital Hall und die Alice Tully Hall nach New York, zum Enescu Festival nach Bukarest, zum Heidelberger Frühling, zum Bremer Musikfest, ins Beethoven-Haus nach Bonn und auch z.B. an die beiden grossen schweizer Festivals in Davos und Luzern.
Auch im Berliner Schloss Bellevue trug er auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Beethoven-Lieder vor, um das Beethoven-Jahr 2020 zu eröffnen.
Humms zweites Solo-Album Embrace wurde von BR Klassik zur „CD des Jahres 2021“ gekürt und er erhielt dafür auch den „Opus Klassik als Nachwuchskünstler“. Zuvor hatte er bereits grossen Erfolg mit seinem Debüt-Album Awakening. Weitere CD-Aufnahmen sind in Planung.
Weitere Informationen bei Aeneas Humm
Kit Armstrong, Klavier
Gibt es die ideale Form des Musizierens? Kit Armstrong ist sich sicher: Es ist die Kammermusik. „Mein Ideal ist das Zusammenkommen wandlungsfähiger Solisten, die ihre verschiedenen, mal hervortretenden, mal begleitenden, beistehenden und stets spannungsstiftenden Rollen zu spielen wissen“, sagt der Weltenbürger.
Alfred Brendel nannte ihn die größte musikalische Begabung, der er in seinem ganzen Leben begegnet sei.
Kit Armstrong gehört nicht nur zu den besten Pianisten unserer Zeit, er ist auch Organist, Komponist und Dirigent. Weiterhin studierte er auch Naturwissenschaften und Mathematik und schloss mit einem Master ab.
Der 1992 in Los Angeles geborene Kit Armstrong begann im Alter von fünf Jahren mit dem Komponieren und erhielt kurz darauf seinen ersten Klavierunterricht. Später studierte er am Curtis Institute of Music in Philadelphia und an der Royal Academy of Music in London. Als Dreizehnjähriger lernte er Alfred Brendel kennen, der ihn als Lehrer und Mentor stark geprägt hat.
Neben seiner musikalischen Ausbildung belegte Armstrong auch naturwissenschaftliche Fächer und schloss ein Mathematikstudium an der Universität von Paris mit dem Master ab. Als Pianist konzertiert er heute in Sälen wie dem Musikverein Wien, dem Amsterdamer Concertgebouw, der Berliner Philharmonie, der NHK Hall in Tokio oder dem Palais des Beaux-Arts in Brüssel. Er trat mit den Wiener Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Gewandhaus-Orchester Leipzig sowie dem NHK Symphony Orchestra auf und arbeitete dabei mit Herbert Blomstedt, Riccardo Chailly, Kent Nagano, Esa-Pekka Salonen und Christian Thielemann zusammen.
Intensiv widmet sich Armstrong der Kammermusik, vor allem im Zusammenspiel mit dem Geiger Renaud Capuçon, dem Cellisten Daniel Müller-Schott, dem Tenor Julian Prégardien sowie dem Quatuor Ebène und dem Armida Quartett. Seit 2016 gibt er auch Rezitale auf der Orgel. Überdies ist Kit Armstrong ein erfolgreicher Komponist und erhielt Werkaufträge vom Gewandhaus zu Leipzig, von der Schubertiade Hohenems, vom Konzerthaus Dortmund und vom Musikkollegium Winterthur. 2013 kaufte er die Église Sainte-Thérèse im französischen Hirson (Picardie), wo er seither Konzerte und Ausstellungen veranstaltet.
Sein jüngstes Projekt: Kit Armstrong verbindet Kunst und Musik
Mit einem eigens für das Klavier-Festival Ruhr entwickelten Projekt kommt einer der künstlerisch neugierigsten jungen Pianisten für vier Tage nach Essen: Kit Armstrong verwirklicht sich den Traum, Malerei und Musik zusammenzubringen. Von 22. bis 25. Mai platziert er in verschiedenen Räumen des Museums Folkwang unterschiedliche Tasteninstrumente, auf denen er musikalisch mit den ausgestellten Werken der Bildenden Kunst interagiert. Das Publikum begleitet ihn dabei und kann bei dieser Begegnung mit dem Pianisten und miteinander ins Gespräch kommen.
Weitere Informationen bei Kit Armstrong