Andres Bruetsch, Autor und Regisseur

Andres Bruetsch, geboren 1951 in Basel, ist ein Schweizer Autor, Dokumentarfilmer und Produzent. 1976 begann er seine Regielaufbahn bei der Condor Films in Zürich. Ab 1978 arbeitete er als freier Autor, Regisseur und Kameramann für Auftrags- und Werbefilme, zunächst in der Schweiz, ab 1980 auch in England, Holland, Südafrika und in den USA.

1985 übernahm er als Geschäftsführer die Mehrheit an der Produktionsfirma Topic Film in Zürich und war von 1992 bis zum Verkauf 2011 deren alleiniger Inhaber. Ab 2004 erweiterte er das Wirken der Firma um die Produktion von Kino- und Dokumentarfilmen (Topic Features) und gründete die Topic Films Ltd. USA.

Seit 2011 arbeitet er als freischaffender Autor und Regisseur von Dokumentarfilmen, darunter Porträts wie „Elisabeth Kopp – Eine Winterreise“ (2007) und „Othella Dallas – What Is Luck?“ (2015).

Bruetsch war langjähriger Präsident der Swissfilm Association sowie des Vereins Zürich für den Film.

Er war massgeblich an der Gründung der Zürcher Filmstiftung beteiligt, als deren Vizepräsident er während acht Jahren tätig war. Nach vielen Jahren als Gastdozent für Storytelling im Film an der Hochschule Luzern, widmet er sich heute ausschliesslich freien Projekten. 2021 erschien sein erster Roman „Schiffbruch und Wahrheit“, 2022 der zweite Roman „Sein Name Pejdr Vuolp“. Seit 2024 befasst er sich mit dem Künstler Alberto Giacometti. So entstand das Theaterstück "Non riesco - oder die Einsamkeit des Apfels", zu dem Matthias Ziegler die Musik verfasste.

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Alberto Giacometti - Non Riesco oder die Einsamkeit des Apfels

Alberto Giacometti kommt zurück und versucht sich seine inneren Konflikte und seine Kunst verständlich zu machen.
Ein fesselnder Monolog – vom Sohn eines Bergeller Kunstmalers zum vielfach ausgezeichneten internationalen Künstler.Er analysiert, hadert, reflektiert – um festzustellen: «Ich schaffe es wieder nicht. Non riesco.» Die auf den Inhalt komponierte, live vorgetragene Musik von Matthias Ziegler schafft in ihrer eduzierten Art Raum und eine tiefe Betroffenheit.

Alberto Giacometti, Maler, Bildhauer, Grafiker

Alberto Giacometti wird 1901 in Borgonovo im Bergell geboren, als ältestes von vier Kindern des postimpressionistischen Malers Giovanni Giacometti. Zeichnen und Modellieren gehören von klein auf zum Familienalltag; sein Bruder Diego wird ihm später als engster Mitarbeiter und Modell ein Leben lang zur Seite stehen. 1922 zieht Alberto nach Paris, studiert bei Bourdelle und findet zeitweise Anschluss an die Surrealisten, bevor er 1935 zur figürlichen Arbeit zurückkehrt.

In den Kriegsjahren, die er in Genf verbringt, entwickelt er jene extrem schmalen, wie aus der Ferne gesehenen Figuren, die sein Werk berühmt machen. Ab 1945 lebt und arbeitet er wieder in Paris, in einem winzigen, bescheidenen Atelier – auch als sein Ruhm längst international ist. Er verkehrt mit Sartre, Beckett und Genet und wird zu einer Symbolfigur der existenzialistischen Nachkriegskunst.

Prägend für seine Persönlichkeit ist ein tiefer, fast quälender Zweifel an der eigenen Arbeit: Giacometti übermalt, zerstört und beginnt unzählige Werke immer wieder neu, weil er nie das Gesehene vollständig einzufangen glaubt. Diese Unnachgiebigkeit gegenüber sich selbst steht im Kontrast zu seiner Bescheidenheit und der engen Bindung an seine Bergeller Heimat, wohin er zeitlebens zurückkehrt. Er stirbt 1966 in Chur und wird in Borgonovo beigesetzt.

Matthias Ziegler, Flötist, Komponist, Klangforscher

Matthias Ziegler wurde 1955 in Bern geboren und wuchs in Zürich auf. Erster Flötenunterricht mit zehn Jahren; er studierte bei renommierten Lehrern wie Conrad Klemm, André Jaunet, Geoffrey Gilbert und William Bennett. Gegen Ende seines Studiums stand er vor der Wahl zwischen Musik und Architektur an der ETH Zürich – er entschied sich für die Flöte; die architektonische Neugier ist ihm bis heute geblieben und prägt seine Klang- und Raumprojekte.

Sein Engagement gilt gleichermassen der traditionellen Flötenliteratur, der zeitgenössischen Musik und grenzüberschreitenden Konzepten zwischen Klassik und Jazz. Ziegler hat das klangliche Potenzial der Flöte massgeblich erweitert, insbesondere durch die elektroakustisch verstärkte Kontrabassflöte. Komponisten wie Michael Jarrell, George Gruntz, Mathias Rüegg, Benjamin Yusupov und Mark Dresser haben eigens für ihn Werke geschrieben. Zu seinen musikalischen Partnern zählen der Perkussionist Pierre Favre, der Bassist Mark Dresser sowie das Collegium Novum Zürich; Konzertreisen führten ihn in die USA, nach Japan, Australien, Südamerika und Israel.

Über viele Jahre war Ziegler Professor für Querflöte und Improvisation an der Zürcher Hochschule der Künste, wo er unter anderem telematische Konzerte über das Internet initiierte; von dieser Lehrtätigkeit hat er sich inzwischen zurückgezogen. Als künstlerischer Leiter der Reihe „Palladio – Musik & Raum“ sowie ehemaliger Leiter des Festivals „Flims Klang“ verbindet er Musik mit aussergewöhnlichen Architekturen und Landschaften. Für das Musiktheaterprojekt „GIACOMETTI – NON RIESCO“ (Texte von Andres Brütsch) schreibt er die Musik.