Theater: Donnerstag 18.06.2026, 20:00 Uhr
Programm
Andres Bruetsch, Interpret & Matthias Ziegler, Flöte
Inhalt:
Alberto Giacometti kommt zurück und versucht sich, seine inneren Konflikte, seine Kunst verständlich zu machen. Es sind meist unbekannte Bekenntnisse eines grossen Künstlers des 20. Jahrhunderts, die diesen Theaterabend zu einem faszinierenden Ereignis machen.
Charakter:
"Non riesco - oder Die Einsamkeit des Apfels" ist ein fesselnder Monolog, in dem Alberto Giacometti über sich, seine Entwicklung vom Sohn eines bergeller Kunstmalers zum vielfach ausgezeichneten internationalen Künstler, nachdenkt, analysiert, hadert, um letztlich festzustellen: "ich schaffe es wieder nicht. Non riesco."
Die Stimme seiner Mutter (Annetta) unterbricht ab und zu den Monolog: "Ich will nicht, dass du im Schatten deines Vaters bleibst".
Die auf den Inhalt komponierte, live vorgetragene Musik von Matthias Ziegler schafft in ihrer reduzierten Art Raum und eine tiefe Betroffenheit.
Andres Bruetsch, Autor
Andres Bruetsch
Autor, Regisseur und Kameramann verschiedener Werbe- und Corporate-Filme in Europa und den USA. Auszeichnungen in New York, Cannes etc. Autor von Dokumentarfilmen, zB "Winterreise" (Elisabeth Kopp)/ "What is Luck?" (Othella Dallas). Eigene Produktionsfirma in den USA und in der Schweiz. Nach deren Verkauf mehrere Jahre tätig als Dozent an der HSLU (Storytelling). Autor von zwei Romanen ("Schiffbruch und Wahrheit" / "Sein Name Pejdr Vuolp"). Giacometti "Non riesco" ist sein erstes Theaterstück.
Motivation:
Als ich vor drei Jahren anfing mich mit dem Mensch Giacometti zu beschäftigen, las ich folgenden Satz von ihm: Ich weiss nicht, wohin ich mit einer Figur gehe... Es ist völlig widersprüchlich, ich weiss vage was ich tun möchte... doch im Grunde arbeite ich ohne zu überlegen. Gelungen - nein, was Skulptur wirklich ist, wie echte Skulptur aussieht, davon habe ich keine Ahnung. Bislang waren das essais ratés - misslungene Versuche.
Das sagte einer der bekanntesten Künstler der heutigen Zeit über sein Schaffen. Und, darum begann mich dieser Mann zu faszinieren. Nicht als "Star", sondern als Mensch. Nicht als Künstler, sondern als Zweifler.
Dank einiger Bücher und Reportagen über ihn, vor allem aber dank seiner eigenen Aussagen lernte ich diesen einzigartigen Künstler kennen und - wie ich glaube - verstehen.
So entstand der fiktive Monolog von Giacometti, der dem Stück zu Grunde liegt. Es sind seine Beziehungen, seine Zerrissenheit, sein Schaffen und letztlich seine Zweifel, die er in einem Monolog zu ergründen und zu verstehen versucht - um erneut zu scheitern. Non riesco!
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- Regie: Andres Bruetsch
- Ablaufregie: Markus Sutter
- Audiotechnik Musik: Matthias Ziegler
- Audiotechnik: Tino Marthaler
- Dekorbau/ Licht: Sepp von Arx, Boff Hrabovski, Daniel Spalinger
- Beleuchtung: Chrigi Eser
- Requisiten: Uschi Stähli
- Garderobe: Uschi Stähli
- Komparsen: Diego / Adrien
Annette / Caroline (Komparsen "als Silhouetten")
Matthias Ziegler, Flöte
Matthias Ziegler ist einer der vielseitigsten und innovativsten Flötisten seiner Generation. Sein Engagement gilt gleichermassen der „traditionellen“ Flötenliteratur wie auch der zeitgenössischen komponierten und improvisierten Musik
Entsprechend vielfältig ist seine Konzerttätigkeit: Solo-Auftritte mit seinen selber entwickelten Spezialinstrumenten, Konzerte mit dem Perkussionisten Pierre Favre, Auftritte mit George Gruntz, Tourneen mit dem amerikanischen Bassisten Mark Dresser sowie Mitwirkung beim Collegium Novum Zürich.
Konzertreisen führten ihn in die USA, nach Japan, Australien, Südamerika und Israel. Zahlreiche CD-Aufnahmen auf den Gebieten des Jazz und der klassischen Musik dokumentieren seine breitgefächerten musikalischen Interessen.
Matthias Ziegler ist Professor für Querflöte und Improvisation an der Zürcher Hochschule der Künste. Innerhalb eines SNF-Forschungsprojektes entwickelt er neue Konzertformen über Internet. Auf der Suche nach neuen Klängen hat er das expressive Potential der herkömmlichen Flöte und der elektroakustisch verstärkten Kontrabassflöte enorm erweitert.
Inspiriert von der neuartigen Klangwelt dieser Instrumente haben Komponisten wie die Schweizer Michael Jarrell, George Gruntz und Mathias Rüegg, der Tadschike Benjamin Yusupov und der Amerikaner Mark Dresser für Matthias Ziegler Flötenkonzerte geschrieben.
Matthias Ziegler spielt eine Vierteltonflöte mit ”Brannen-Kingma System” eine Alt- und Bassflöte von Eva Kingma (Holland), eine Kontrabassflöte von Kotato & Fukushima (Japan) sowie die von ihm selber entwickelte Matusi Flute.