Konzert: 09.09.2024, 19.30 Uhr

Young Musicians stellen sich vor

Keresztes Artists und die Musikschulen des Kanton Zug möchten junge Talente fördern und bieten den jungen Musikerinnen und Musikern dieser Musikschulen im Vorprogramm des Abends eine Bühne.

Louis Jehle, Gitarre
Karolin Lankenau, Violine 1
Andrew Liu, Violine 2
Leoni Bättig, Viola
Keiju Yamaguchi, Violoncello

Lehrperson: Rupert German

Boccherini Luigi
Quintetto n. 4 in re maggioreper 2 violini, viola, violoncello e chitarra, G 448

Programm

Robert Schumann (1810–1856)

Op. 24 Liederkreis nach Gedichten von Heinrich Heine (20 Min.)

  1. Morgens steh ich auf
  2. Es treibt mich hin
  3. Ich wandelte unter den Bäumen
  4. Lieb'Liebchen
  5. Schöne Wiege meine Lieden
  6. Warte, warte, wilder Schiffsmann
  7. Berg und Burgen schaun herunter
  8. Anfangs wollt ich fast verzagen
  9. Mit Myrthen und Rosen

aus 6 Etüden in Kanonischer Form Op. 56 (8 Min.)

  • Nr 4. Innig
  • Nr. 5 Nicht zu schnell

Clara Schumann (1819–1896)

10 Min.

  • Ich stand in dunklen Träumen Op. 13 Nr. 1
  • Warum willst du and're fragen Op. 12 Nr. 11
  • Die Loreley WooP 19

Variationen für Klavier (10 Min.)

  • Opus 20.

Johannes Brahms (1833–1897)

aus Choralvorspiele BV B50 (8 Min.)

  • Nr. 5 Schmücke Dich, o liebe Seele

Vier ernste Gesänge (18 Min.)

  1. Denn es gehet dem Menschen
  2. Ich wandte mich und sahe
  3. O Tod, wie bitter bist du
  4. Wenn ich mit Menschen und mit Engelszungen redete

Änderungen vorbehalten.


Äneas Humm, Bariton

Der 1995 geborene Bariton Äneas Humm stammt aus einer schweizerisch-ungarischen Künstlerfamilie. Schon mit sechs Jahren wurde er Mitglied der Zürcher Sänger­knaben, mit fünfzehn kam er ins Internat des Vorarlberger Landeskonservatoriums in Feldkirch. Seine Gesangs­ausbildung absolvierte Humm an der Hochschule für Künste in Bremen und an der New Yorker Juilliard School. Für seine bisherigen Leistungen bekam er 2022 den OPUS Klassik als Nachwuchs­künstler des Jahres und ist zuvor auch mit dem Förderpreis des Deutschlandfunks ausgezeichnet worden.

Noch während des Studiums debütierte er am Stadttheater Bremerhaven und nahm Gast­engagements am Theater Osnabrück an. Das Nationaltheater Weimar verpflichtete Äneas Humm 2019 in sein Ensemble; 2020 wechselte er für zwei Jahre ans Badische Staatstheater Karlsruhe und bis Sommer 2023 war er Ensemble­mitglied am Theater St. Gallen. Dort konnte man ihn in der vergangenen Saison z.B. als Ophémon in Joseph Bolognes L’AMANT ANONYME, als Doktor Falke in DIE FLEDERMAUS von Johann Strauss, als Papageno in Mozarts Zauberflöte, oder als Roucher in Giordanos ANDREA CHÉNIER erleben.

Zukünftige Engagements führen Äneas Humm z.B. erneut ans Gran Teatre del Liceu nach Barcelona, um im Herbst 2023 in John Adams’ ANTONY AND CLEOPATRA mitzuwirken. Im Anschluss folgen seine Debüts an der Opera di Roma als Papageno und Harlekin , sowie am Theater an der Wien in Salieris Oper KUBLAI KHAN als Posega.

Gerade auch im Konzertfach ist Äneas Humm sehr gefragt und immer wieder gern gesehener Gast bei renommierten europäischen Klangkörpern unter anderem den Bremer Philharmonikern, dem Musikkollegium Winterthur, der Deutschen Kammerphilharmonie, Nederlands Noordorkest und der Deutschen Staats­philharmonie Rheinland - Pfalz. Im Dezember 2023 wird er zum Bespiel mit Bachs Weihnachts­oratorium in der Choreografie von John Neumeier erneut an der Hamburgischen Staatsoper auftreten.

Intensiv widmet sich Äneas Humm auch dem Liedgesang: Liederabende führten ihn in die Weill Recital Hall und die Alice Tully Hall nach New York, zum Enescu Festival nach Bukarest, zum Heidelberger Frühling, zum Bremer Musikfest, ins Beethoven-Haus nach Bonn und auch z.B. an die beiden großen schweizer Festivals in Davos und Luzern.

Auch im Berliner Schloss Bellevue trug er auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Beethoven-Lieder vor, um das Beethoven-Jahr 2020 zu eröffnen.

Humms zweites Solo-Album Embrace wurde von BR Klassik zur „CD des Jahres 2021“ gekürt und er erhielt dafür auch den „Opus Klassik als Nachwuchskünstler“. Zuvor hatte er bereits großen Erfolg mit seinem Debüt-Album Awakening. Weitere CD-Aufnahmen sind in Planung.

Kit Armstrong, Klavier

Seitdem Kit Armstrong vor zwanzig Jahren die internationalen Bühnen betrat, fasziniert er die Musikwelt. Kaum ein anderer junger Künstler ist auf derart vielen Gebieten versiert und universell ausgebildet wie er. Von der New York Times als „brillanter Pianist“ gefeiert, der „musikalische Reife und jugendliche Kühnheit in seinem exzeptionellen Spiel verbindet“, hat Kit Armstrong eine ganz eigene künstlerische Handschrift ausgeprägt. Die intensive Beschäftigung mit der Musik steht bei ihm auf selbstverständliche Art und Weise in enger Beziehung mit anderen Künsten sowie mit Naturwissenschaften und Mathematik. Sein Repertoire geht zurück bis ins 16. Jahrhundert, zu den Anfängen der Tastenmusik bei den großen englischen Virginalisten, und reicht bis ins 21. Jahrhundert. Seine Programme sind eine einzigartige Mischung musikalischer Entdeckungen mit den großen Meister­werken der Klavier­literatur.

Einen Großteil seiner Konzertaktivität in 2024 widmet Kit Armstrong dem Schaffen Wolfgang Amadeus Mozarts. Unter dem Motto "Expedition Mozart" gastiert er mit einem neu gegründeten Ensemble aus eng befreundeten Musikern in der Luxemburger Philharmonie, dem Wiener Konzerthaus, der Kölner Philharmonie sowie beim Klavierfestival Ruhr und dem Mozartfest Würzburg. In einer Vielfalt von Programmen werden die Grenzen zwischen Kammermusik und Instrumentalkonzert in Mozarts Werk bewusst aufgehoben, vermeintlich bekanntes Repertoire neu ausgelotet. Auch die Aufführung der Violinsonaten mit dem Geiger Renaud Capuçon sowie sämtlicher Klaviersonaten Mozarts spielen weiterhin eine zentrale Rolle.

Großes Aufsehen erregte Kit Armstrong in jüngster Zeit mit dem von ihm konzipierten Zyklus über 500 Jahre Klaviermusik u.a. beim Klavier-Festival Ruhr und dem Tokyo Spring Festival. In fünf Programmen nimmt er darin seine Zuhörer auf eine Reise durch fünf Jahrhunderte Klaviermusik von 1520 bis 2020, von William Byrd bis ins 21. Jahrhundert. Besonders eindrücklich entfalten sich in der strengen Chronologie der Programme die musikalischen Strömungen, Einflüsse und Querbezüge für die Hörer. Die Konzerte in Tokyo wurden für die audio-visuelle Plattform Stage+ der Deutschen Grammophon mitgeschnitten.

Armstrong arbeitete bereits mit vielen bedeutenden Dirigenten zusammen, darunter Christian Thielemann, Herbert Blomstedt, Kent Nagano, Manfred Honeck, Esa-Pekka Salonen und François-Xavier Roth. Er ist mit einigen der weltbesten Orchester aufgetreten, darunter die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonie­orchester des Bayerischen Rundfunks, das Gewand­haus­orchester Leipzig, das NHK Symphony Orchestra und die Academy of St Martin in the Fields. Als leidenschaft­licher Kammer­musiker pflegt Kit Armstrong enge künstlerische Verbindungen zu Sänger*innen wie Marina Viotti, Christiane Karg und Benjamin Appl, zum Armida sowie Schumann Quartett u.a. und dem Geiger Renaud Capuçon, mit dem er 2023 eine Gesamt­einspielung aller Sonaten für Klavier und Violine von Mozart vorgelegt hat (DGG). Solo-Recitals führten ihn in jüngster Zeit ins Théâtre des Champs-Elysées, ins Münchner Prinzregententheater, zum Klavier­festival Ruhr, in die Philharmonie de Luxembourg und in die Kölner Philharmonie. Er war Artist-in-Residence bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern 2018 und "Artist-in-Resonance" am Musik­kollegium Winterthur und ist langjähriger Partner der Akademie für Alte Musik Berlin. Die Edition Peters verlegt seine Kompositionen. Zu Auftraggebern seiner Werke gehören u.a. das Gewandhaus Leipzig und das Musik­kollegium Winterthur.

Als Kit Armstrong im Jahr 2012 eine Kirche im nordfranzösichen Städtchen Hirson nahe der belgischen Grenze erwarb, begann eine einzige Erfolgsgeschichte, die seither ein großes Echo in den Medien findet. Mit der Kirche St. Thérèse ist es ihm gelungen, ein sozio-kulturelles Zentrum zu schaffen, das regelmäßig Konzerte und interdisziplinäre Projekte für ein regionales und überregionales Publikum veranstaltet.

Sein Debütalbum bei der Deutschen Grammophon mit Werken von William Byrd und John Bull, den Gründungsvätern der Musik für Tasteninstrumente, erschien 2021 und hat zu einer größeren Bekanntheit dieser Musik beigetragen. Es erreichte umgehend eine hohe Platzierung in den deutschen Klassikcharts und erhielt eine Editor’s Choice Rezension im Gramophone Magazine (August 2021). Es wurde als Gewinner der Kategorie "Tasteninstrumente" für die Bestenliste 04/21 des Preises der Deutschen Schallplattenkritik ausgewählt. Zu seinen vorherigen CD-Aufnahmen gehören die Alben "Liszt: Symphonic Scenes" sowie "Bach, Ligeti, Armstrong" („eine der ganz wenigen CDs, auf die die Welt gewartet hat" - Kulturradio RBB), beide erschienen bei Sony Classical. Der audiovisuelle Live-Mitschnitt eines Solo-Recitals mit Bachs Goldberg Variationen und früheren Werken von Byrd, Bull und Sweelinck im Concertgebouw Amsterdam, der 2017 von Unitel/C major veröffentlicht wurde, erhielt weltweites Lob als eine der herausragenden Aufzeichnungen auf DVD (Instrumental Choice December 2017, BBC Music Magazine).

Geboren 1992 in Los Angeles, studierte Armstrong am Curtis Institute of Music und an der Royal Academy of Music in London. Mit 7 Jahren begann er ein Kompositionsstudium an der Chapman University und ein Physikstudium an der California State University, später auch Chemie und Mathematik an der University of Pennsylvania und Mathematik am Imperial College London. Er erwarb einen Master in Mathematik an der Universität Paris VI.

Alfred Brendel, der Kit Armstrong seit 2005 als Lehrer und Mentor begleitet, schreibt ihm „Verständnis der großen Klavierliteratur als eine Einheit von Gefühl und Verstand, Frische und Verfeinerung". zu. Die besondere Beziehung zwischen Armstrong und Brendel wurde in dem Film des britischen Regisseurs Mark Kidel “Set the Piano Stool on Fire” festgehalten.